Freitag, 21. Dezember 2012

Books | Die Glasglocke von Sylvia Plath


Titel: Die Glasglocke
Originaltitel: The Bell Jar
Autorin: Sylvia Plath
Erstveröffentlichung1963





Inhalt:
Esther Greenwood, die 19jährige Hauptprotagonistin des Romans befindet sich am Anfang des Buches in New York, dort macht sie ein Praktikum bei einer renommierten Modezeitschrift. Esther ist bis dato eine ehrgeizige, zielstrebige und motivierte Studentin. Während ihres Aufenthaltes lebt sie mit anderen Mädchen in einem Hotel, schließt Bekanntschaften und lernt die Höhen und Tiefen des Lebens in der High Society kennen. Männerbekanntschaften zählen selbstverständlich auch dazu.
Wieder in ihrer Heimatstadt, welche sich in der Nähe von Boston befindet, erhält Esther eine Absage des von ihr so heiß ersehnten Schriftstellerseminars. Stattdessen versucht sie einen Roman zu verfassen, dies misslingt ihr leider ebenso. Esther driftet immer weiter ab, sie wäscht sich nicht mehr und liest nur noch anspruchslose Literatur. Kurzum, sie vernachlässigt sich, bis ihre Mutter entscheidet, dass ein Besuch bei einem Psychologen ratsam sei. Ihre Krise gipfelt in einem Selbstmordversuch, welcher die Einweisung in eine Psychiatrie nach sich zieht.

Rezension:

Esther scheint die Ereignisse in ihrem Leben, die von anderen Frauen in ihrem Alter vermutlich als „das große Los“ bezeichnet werden würden, nicht als solches wahrzunehmen. Sie  kann und möchte nicht den typischen  Lebensweg der Frauen in den 50er Jahren gehen. Ihr graust  es davor eines Tages Hausfrau, Mutter und Ehefrau zu sein. Sie möchte eine selbstbestimmte und selbstständige Frau sein. Ihre Meinung wird durch das Verhalten Buddy Willards, ihrem Jugendfreund und Medizinstudent, nur bestätigt. 
Denn während sie mit dem Geschlechtsverkehr brav wartet, tobt sich dieser in ihrer Abwesenheit aus. Sie fühlt sich verraten. Im Roman nennt sie ihn einen Heuchler.
Nachdem sie eine Absage für das Schriftstellerseminar erhalten hat, geht es mit ihr bergab. Nichts scheint ihr zu gelingen, sie ruft sogar im College an, um dort mitzuteilen, dass sie keine weiteren Kurse mehr belegen wird. Ausflüge mit Freunden machen ihr keinen Spaß. Stattdessen überlegt sie, wie sie sich am effektivsten das Leben nehmen könnte. Esther befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits in psychiatrischer Behandlung, bei Dr. Gordon. Dort wird sie mit schmerzhaften und ineffektiven Elektroschocks „therapiert“.
Die Überlegung sich umzubringen, setzt sie dann eines Tages in die Tat um, die Folge ist die Einweisung in eine Psychiatrie. Sie erhält einen Platz in einer privaten Psychiatrie, ihr dortiger Aufenthalt wird von Philomena Guinea, ihrer Stipendiumgeberin finanziert. In der Privatklinik erfährt sie ihre ersten Behandlungen durch eine Frau. Mit der Zeit werden ihre Depressionen weniger und sie darf die Psychiatrie ab und zu für einen Stadtbummel verlassen. Die von ihr erstmals auf Seite 200 konkret benannte Glasglocke (ihre Depression) scheint sich demnach Stück  für Stück von ihr zu erheben.  Esther  ist es wieder möglich freier zu atmen. 
Da Esther über sich selbst und ihren Körper entscheiden  möchte, lässt sie sich beim Gynäkologen ein Diaphragma einsetzen, welches ihr ein großes Stück Selbstbestimmung zurück gibt.
Der Roman endet damit, dass Esther den Raum betritt in dem die Ärzte zuvor ein Konsil betreffend ihrer Entlassung gehalten haben. Die Entscheidung der Ärzte wird dem Leser nicht mitgeteilt.

Interessant ist, dass sich die Autorin „Sylvia Plath“ , wenige Monate nach der Erstveröffentlichung des Romans, das Leben nahm. 

Meinung:

Dieses Buch schildert eindrucksvoll das Leben einer Frau in den 50er Jahren. Der Inhalt lässt sich aber wunderbar in jede Zeit adaptieren. Esther durchlebt Phasen, wie sie viele Frauen und auch Männer durchleben. Solche Lebenskrisen sind heutzutage unabhängig von Zeit, Ort, Geschlecht und sozialer Situation.
Dieses tolle Buch hat sich definitiv zu einem meiner. Lieblinge im Bücherregal gemausert.


Ich hoffe, die Rezension hat euch gefallen !


Kommentare

  1. Ich liebe ja die Bücher bzw. Geschichten von Silvia Plath, leider hat sie viel zu wenig geschrieben. Die Glasglocke ist das Beste von ihr. Ich konnte mich so oft mit der Protagonistin identifizieren, das Buch kann man wirklich auch in die späteren Jahrzehnte versetzen.
    Würde ich jedem empfehlen!!!

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    1. Ja, es geht mir da ähnlich. Habe das Buch auch schon mehrmals empfohlen :)

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